Kinder von heute wachsen umgeben von den Medien auf. Sie nutzen sie intuitiv und ohne Angst. Um ihren Gebrauch sicher, effektiv und konstruktiv zu gestalten, sollte der Umgang mit Medien aber genauso erlernt werden wie jede andere Fähigkeit. Durch Medienerziehung in Kindergärten können Kinder den Gebrauch und die Erstellung von Medien und deren Inhalt erlernen. Der Schwerpunkt im Kindergarten sollte, im Gegensatz zur üblichen Nutzung zu Hause, nicht nur auf dem richtigen Umgang mit Medien liegen, sondern viel mehr auf der Nutzung von Medien als Werkzeug zur Verwirklichung eigener Ideen und Ziele. Durch frühe Medienerziehung können Kindergärten dazu beitragen, die digitale Kluft zu schließen und allen Kindern eine gute Grundlage für spätere Medienkompetenz und -fertigkeiten zu schaffen.
Diese Website wurde im Rahmen von zwei Erasmus+-Projekten erstellt, um Lehrkräfte und Familien bei diesem Vorhaben zu unterstützen.
Fotografie als Werkzeug zur Förderung der Medienerziehung in Kindergärten
Das erste Erasmus+-Projekt konzentrierte sich auf Fotografie als Ausgangspunkt für Medienerziehung. Bilder sind die Grundlage der Medien: Sie sind eine Form der Kommunikation, aber auch der Täuschung. Die Fähigkeit, Bilder kritisch zu bewerten, wird im digitalen Zeitalter zu einer Notwendigkeit. Das Projekt entwickelte 50 praxisnahe Aktivitäten, die Kindern helfen, Fotografie, visuelles Erzählen und kreativen Ausdruck zu erkunden. Mit einfachen Aktivitäten lernen Kinder, wie Fotografie die Realität inszenieren, die Vergangenheit verändern und die Wirklichkeit „verbessern" kann. Diese Aktivitäten wurden in Kindergärten in Slowenien, Kroatien, Estland und Deutschland erprobt.
Gemeinsam Medienkompetenz aufbauen
Das zweite Erasmus+-Projekt erweiterte den Fokus von Fotografie auf eine umfassendere Medienerziehung. Es entstand die Toolbox Medienerziehung, ein schrittweiser Leitfaden, der pädagogischen Fachkräften hilft, über Medien zu reflektieren, die Medienerfahrungen der Kinder zu beobachten, mit Eltern zusammenzuarbeiten und Lernräume zu gestalten. Das Projekt entwickelte außerdem neue Aktivitäten, Methoden zur Einbindung von Familien und druckbare Materialien für den Einsatz in Kindergärten.